Die chronische Nierenerkrankung der Katze

 

Auch wenn Katzen scheinbar „hart im Nehmen sind“, darf es nicht darüber hinwegtäuschen, dass im fortgeschrittenem Alter bestimmte Organe schwächer und anfälliger für Erkrankungen werden, so auch die Nieren.

 

 

 

Die Nieren sind wichtige Organe, die Stoffwechselprodukte und Gifte sowie Fremdstoffe ausscheiden. Weiterhin regulieren sie den Wasser-, Elektrolyt und Säuren-Basen-Haushalt und erfüllen wichtige hormonelle Aufgaben.

 

 

 

Mit fortschreitendem Alter kann es bei der Katze zu degenerativen Veränderungen der Nieren kommen. Ursachen sind u.a. initial häufig Entzündungen, Eiweißablagerungen oder Infektionen. Im Gegensatz zur Leber kann die Nieren sich nach Schädigung nicht mehr selbst regenerieren.

 

 

 

Die chronische Niereninsuffizienz der Katze entwickelt sich schleichend. Symptome dieser Erkrankung sind vermehrtes Urinieren und vermehrte Wasseraufnahme (Polyurie/Polydipsie), Erbrechen, Lethargie und Schwäche, Maulgeruch (Zahnfleischentzündung) und verringerter Appetit. Leider bemerkt man als Besitzer diese Symptome erst, wenn über 75% des Nierengewebes geschädigt sind. Veränderungen an den Nieren kann man jedoch auch schon früher im Rahmen einer jährlichen Blutuntersuchung feststellen. Empfohlen werden solche Untersuchungen bei Katzen ab dem 8. Lebensjahr. Je früher die Nierenerkrankung erkannt wird, desto erfolgreicher und effektiver ist die Therapie.

 

 

 

Die Folge einer chronischen Nierenschädigung ist eine Vergiftung des Körpers, weil u.a. die toxischen Substanzen nicht mehr ausgeschieden werden können. Außerdem verliert die Niere die Fähigkeit, den Urin zu konzentrieren. Die Katze verliert vermehrt Wasser (vermehrtes Urinieren) und trocknet langsam aus (Dehydratation). Durch die Schädigung des Nierengewebes kommt es sekundär zu einem Bluthochdruck, der wiederum das noch funktionelle Nierengewebe weiter zerstört. Die Krankheit schreitet so immer weiter fort.

 

 

 

Die Diagnose dieser Krankheit erfolgt durch eine Blut- und Harnuntersuchung.

 

 

 

Ziel der Therapie der chronischen Nierenerkrankung ist das Aufhalten der Krankheit und der Schutz des noch funktionsfähigen Nierengewebes, um so die Lebenserwartung und Lebensqualität der Katze zu erhöhen. Dazu muss die Ernährung der Katze dauerhaft auf eine spezielle Nierendiät umgestellt werden. Bei geringer Akzeptanz des Diätfutters muss die Futterumstellung schrittweise erfolgen. Gern beraten wir Sie dazu. Eine Nierendiät enthält weniger Proteine als herkömmliches Futter, dafür aber sehr wertvolle Eiweißbausteine, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Außerdem weist es einen reduziert Phosphatgehalt auf. Zusätzlich empfehlen wir die Gabe eines Phosphatbinders über das Futter (z.B. Ipaketine), das von Katzen gut toleriert wird. Zur Behandlung und Kontrolle des Bluthochdrucks und zur Reduktion der Ausscheidung von Proteinen über die Niere erhält die Katze ein Blutdrucksenkendes Medikament (ACE-Hemmer, ggf. zzgl. Amlodipin). Bei Bedarf erhält die Katze Infusionen unter die Haut, die dem Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes dienen und das Wohlbefinden der Katze steigern.

 

 

 

 

Sollten Sie noch Fragen haben, stehen wir Ihnen gern mit Rat und Tat zur Seite.