Die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) der Katze

Die Schilddrüsen ist eine hormonell aktive Drüse. Sie produziert wichtige Hormone, die u.a. für den Wärme- und Energiehaushalt des Körpers verantwortlich sind.

 

Die Hyperthyreose tritt hauptsächlich bei Katzen ab einem Alter von 10 Jahren auf.

 

Bei der Schilddrüsenüberfunktion der Katze produziert die Schilddrüse übermäßig viele Hormone. Ursächlich liegt dieser erhöhten Produktion meist eine tumoröse (gutartige) Vergrößerung der Schilddrüse zugrunde.

 

Bei einer erhöhten Produktion von Schilddrüsenhormonen kommt es zum Anstieg des Grundumsatzes, d.h. die Katze verbrauch mehr Energie, als sie durch das Futter aufnehmen kann.

 

Die Folgen sind u.a. ein Gewichtsverlust bei gesteigertem oder gleichbleibendem Appetit.

 

Die Schilddrüsenhormone haben aber auch Einfluss auf andere Organsysteme. So kann es z.B. Hyperaktivität und Ruhelosigkeit kommen. Viele Katzen zeigen eine erhöhte Flüssigkeitsaufnahme und setzen mehr u./o. häufiger Urin ab. Es kann zu struppigem, glanzlosem Fell kommen. Erbrechen und Durchfall sind häufig Folgeerscheinungen der Hyperthyreose.

 

Häufig geht die Schilddrüsenüberfunktion mit einer Erhöhung des Blutdrucks einher. Folgen dieser Blutdruckerhöhung können Nierenschäden oder Netzhautablösung mit nachfolgendem Sehverlust sein. Weiterhin können die Schilddrüsenhormone Einfluss auf die Herzaktivität nehmen. Die Herzfrequenz erhöht sich. Die Folge ist eine Verdickung des Herzmuskels und damit verbunden eine reduzierte Pumpleistung des Herzens (häufig reversibel durch die Therapie).

 

Die Diagnose wird durch den Vorbericht, das Abtasten der Schilddrüse und durch eine Blutuntersuchung festgestellt.

 

Für die Behandlung der Hyperthyreose gibt es drei Möglichkeiten:

 

  1. chirurgische Entfernung der betroffenen Schilddrüse

  2. Radiojodtherapie (Zerstörung der tumorösen Bereiche der Schilddrüse mittels applizierten radioaktivem Jod; nur in wenigen tiermedizinischen Zentren Deutschland möglich)

  3. medikamentöse Behandlung mittels Thyreostatika, die die übermäßige Bildung der Schilddrüsenhormone hemmen.

 

Die Behandlung mittels Thyreostatika (lebenslang) kann in Form von Tabletten oder einer Flüssigkeit erfolgen. Die medikamentöse Gabe wird von den Katzen in der Regel gut toleriert.

 

Unter der Therapie kommt es zu einer Normalisierung der Schilddrüsenfunktion, einhergehend mit der Reduktion der oben beschriebenen Veränderungen.

 

Da die zirkulierenden Schilddrüsenhormone einen gesteigerten Blutfluss durch die Nieren hervorrufen, werden harnpflichtige Substanzen bei einer Schilddrüsenüberfunktion vermehrt ausgeschieden. Eine gleichzeitig bestehende Niereninsuffizienz kann unerkannt bleiben. Unter Therapie der Hyperthyreose kann dann eine Niereninsuffizienz erkannt (demaskiert) werden. Zur Therapiekontrolle und zur Überwachung der Nierenfunktion ist es wichtig, die Blutwerte drei Wochen nach Beginn und dann in regelmäßigen, individuell bestimmbaren Abständen zu kontrollieren. So kann die Dosis individuell angepasst und bei einer gleichzeitig bestehende Niereninsuffizienz schnell eingegriffen werden.